presse - schmerzarie

schmerzarie...

...die schmerzarie ist schwer verdaubare Kost, die etwa eine Stunde das Äußerste von Zuhörerinnen und Zuhörern verlangt. man hat keine Chance, sich zu entziehen, und so ist ein tiefgehendes emotionales Erlebnis vorprogrammiert. Was ist Schmerz? Wir wissen's immer noch nicht. Aber wie er sich anhört, können wir nun erahnen.

Peter Polzer / Siegessäule / September 1997






ich will keine kitschigen Märchen...

...schmerzarie heißt das neue Ein-Mann-Stück des Berliner Stimmkünstlers Christian Wolz. Avantgardistisches Musiktheater von einem vielseitigen Autodidakten. Auf eine stringent erzählte Handlung wird verzichtet. Mit dem archaischen Schmerz hat er ein Thema gewählt, das sich kaum in Worte fassen läßt, aber gerade dadurch zur stilisierten Darstellung auf dem Theater geeignet ist....

Uwe Friedrch / DeutschlandRadio Berlin / September 1997






schmerzarie von christian wolz...

...ich fühle mich wie erschlagen, bin ausgepowert und bis in's Mark getroffen von der Dramatik und Wucht dieses Hörerlebnisses; diesen Dialog eines Mannes mit seinen Ängsten, Hoffnungen und schmerzlichen Erinnerungen...

Axel Roscher / Rebell 4-1997






Das Tier in dir...

Jeden Hohlraum seines Körpers macht der Sänger Christian Wolz zum musikalischen Resonanzkasten. Einmal rythmetisiert, kann der Atem vom lieblichsten Hauch zum letzten herausgeschrienen Lebenszeichen werden. Der 30jährige hat sich ein riesiges Spektrum an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen. Vielfach wurden seine selbstverausgabenden schweren, immer an den Untergang erinnernden Gesangsexperimente mit Diamanda Galas schwerer Orgiastik verglichen. Der Vergleich erstickt aber Wolz' Suche nach Authentizität. Wolz schlägt neue Wege ein, öffnet die Bandbreite sinnlicher Wahrnehmung hin zum Lebendigeren. Durch elektronische Bearbeitung seiner Stimme entsteht dabei eine Klangdichte, die auf eine dramatische- und dadurch auch überzeichnete - Weise an Oper erinnert.

Waltraud 'Schwab / taz / Sept. 97






Christian Wolz und die Stimme als Medium ohne Worte...

Christian Wolz nutzt seine Stimme als emotionales Ausdrucksmittel und nicht wie allgemein üblich, nur als Textwiedergabegerät.

Das er neben der beeindruckenden Stimmakrobatik auch das Singen beherrscht, beweisen unter die Haut gehende Gesangspassagen. Für mich ist die Schmerzarie eine der interessantesten und wertvollsten Veröffentlichungen in diesem Jahr.

Thomas Mahnegold / Orkus / Okt. 97






Christian Wolz "SCHMERZARIE" (VOCAL-Art,Berlin)

Christian Wolz wird in einem ersten Annäherungsversuch immer als das männliche Pendant zu Diamanda Galas bezeichnet, was dem Hörer immerhin ein ungefähres Bild vermittelt, was man sich unter Wolz' Vokalkunst vorstellen kann. Der facettenreiche Gesang des Berliner Künstlers dient auch auf seinem neuen, im Eigenvertrieb erschienenen, streng limitierten, numerierten und handsignierten Werk der emotional akustischen Umsetzung einer ausgefeilten Konzeption. Diesmal geht es um die Auseinandersetzung mit dem Schmerz, und zwar dem archaischen Urschmerz, weshalb Wolz auch wieder eine improvisierende Art und Weise nicht nur des Gesangs, sondern auch der verwendeten Sprache anwendet. Die Auseinandersetzung mit dem zugrundeliegenden Konzept ist für den Genuß der CD allerdings nicht Voraussetzung. Das Werk weiß auch für sich zu funktionieren und faszinieren, zumal Wolz seine Kunst nicht allein mit seinen enormen, facettenreichen gesanglichen Qualitäten bestreitet, sondern auch Synthis, Samples und akustische Instrumente einsetzt.

Dirk Hofmann / Zillo / 1997





Schrei, wenn du kannst...

Unglaublich, was dieser Mann alles in der Kehle hat: weinende Kinder, singende Sägen, mittelalterliche Mönche, keuchende Verfolgte, arabische Klagemänner. natürlich hilft die moderne Tontechnik etwas nach - doch wer Christian Wolz bei seinen Klangperformances zuhört, könnte meinen, in diesem Hals müßten mindestens vier Stimmbänder stecken. Christian Wolz stöhnt und keucht, schreit und winselt, hechelt, gurrt, klagt und brummt. Dazu gesellen sich selbstgemixte Klänge, die mal an Ambient, mal an arabische Gesänge oder auch an Gregorianik erinnern.

Frederik Hanssen / Tagesspiegel / September 1997





...Die Stimme, mit der Christian Wolz unwahrscheinliceh zu balancieren versteht, ist hierzu das prädestinierte Instrument, denn nur sie läßt die Bandbreite des emotionalen Ausdrucks zu, die der Schmerz erfordert. Christian Wolz fand mit seiner "Schmerzarie" einen Weg, den Schmerz fassbar zu machen.

Conny Bruckbauer / Manastir Baroue / Dezember 1997


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Schmerzarien...

Christian Wolz ist ein außergewöhnlicher Vokalkünstler aus Berlin mit Multimedia-Erfahrungen. Seine »Schmerzarien« führte der Sänger als Performance auf. Aber auch ohne die Visuals funktioniert die Komposition. Anders als etwa Diamanda Galás' dunkles Werk »Schrei X« führt Wolz' harmonisierte Schreitherapie zu einem versöhnlichen Ende, bearbeitet Schmerzursprung bis -lösung in Klängen, di u.a. auch uralte Mönchgsesänge, Trancemusiken und Yoko Ono bis Laurie Anderson asoziieren.

dk / Hifi im Test / 1997





Christian Wolz - schmerzarie

...Das macht die die Schmerzarie, ähnlich wie vorhergehende Aufnahmen Wolz', zu einem eindringlichen kathartischen Erlebnis, das sich langsam in extrem langen Spannungsbögen entfaltet: Wie in einen Strudel wird man dabei immer schneller wirbelnd hineingezogen, um - vielleicht - auf einen Grund zu stoßen, der einem bisher verborgen geblieben ist...

Michael Scheiner / jazzthetik / September 1998





CHRISTIAN WOLZ SCHMERZARIE CD, VOCALART

Eigentlich sollte dieses neueste Werk vorerst bei drei oder vier Aufführungen in Berlin verkauft werden. Doch die auf 516 Stück limitierte, durchnummerierte und handsignierte CD kann man jetzt schon bekommen, da die Performances vom Juni auf den Herbst verschoben wurden. Nach der letzen musikalischen Auseindersetzung mit dem Thema AIDS,widmet sich der außergewöhnliche Stimmkünstier (siehe auch das Portrait in artefakt 4# diesmal dem Schmerz. Dabei geht es ihm in erster Linie um den sogenannten Urschmerz - ein archaisches, archetypisches Gefühl, dessen Wesenskern nur emotional erfaßt werden kann. Dementsprechend sind auch die künstlerischen Darstellungsformen, die allerdings in den Live-Darbietungen erst voll zur Geltung kommen, da bei diesen die Lichteffekte, die kunstvoll bearbeiteten Dia-Aufnahmen und Christian selbst eine ganz wesentliche Rolle spielen. Aber nichtsdestotrotz ist die CD für sich schon ein Genuß. Es ist einfach fantastisch, wie umfangreich, der (mit der frühen Diamanda Galas zu vergleichende) Vocalartist seine stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten einsetzt und dank Technik gleich mehrstimmig singt sowie Samples eingespielt hat, die diese Platte abwechslungsreich gestaltet und für mich zweifelsohne zur bisher besten macht. Also, mach weiter in diesem Sinne.

(at) / artefakt / 1997





Christian Wolz hat sich vom ewigen Referenzpunkt Diamanda Galas emanzipiert
und geht jetzt nicht nur sehr viel akademischer vor (Auseinandersetzung mit
Schmerzerfahrungen in 7 Sequenzen), sondern hat sein Klangspektrum auch
beträchtlich erweitert. Wichtigstes Instrument ist und bleibt seine Stimme,
ob sie jetzt nach trauernder italienischer Witwe klingt wie auf "avor'te ce
cian be sol desco", dann doch wie Galas ("mi tr'ansum a cebathe"), oder
zusätzlich entfremdet und bearbeitet wird. Hinzu kommen Klavier, Geige und
Samples, die diese Veröffentlichung trotz des schwierigen Themas sehr viel
angenehmer" und eingängiger machen als beispielsweise die Debüt-EP "El
Castata".

Sascha Karminski / 2000





Der Mann hat es uns noch nie leicht gemacht und genauso verhält es sich mit seinem neuesten musikalischen Kind "Schmerzarie". Die fünf Stücke seiner CD handeln von verschiedenen Facetten des Schmerzes und deren Bewältigung. Zu der akustischen Umsetzung dieses Themas verwendet Christian Wolz eine Kombination von avantgardistischen Gesangstechniken und konventionellen musikalischen Kompositionsmöglichkeiten. Das klangliche Erlebnis dieser ungewöhnlichen CD zu beschreiben, ist schlichtweg unmöglich und sprengt eigentlich den Rahmen jeder Kategorisierung. Deshalb bleibt mir nur die Möglichkeit, jedem interessierten Hörer, der offen für musikalische und künstlerische Experimente ist, das Hören dieser CD zu empfehlen. Leute, der Mann macht wirklich Kunst und das meine ich nicht etwa ironisch!

Michael Dettenberger / Sonic Seducer / September 2000





Er gehört zu den interessantesten Avantgardisten dieser Zeit und ist gleichzeitig ein unbeschreibliches Stimmwunder...sein Name ist Christian Wolz. Vielleicht kennt der eine oder andere unserer LeserInnen diesen Namen oder sogar eines seiner Alben dieses Ausnahmekünstlers...und wer die Musik und den Gesang von Christian Wolz kennt, der wird mir zustimmen, daß man beides kaum mit Worten beschreiben kann. "Schmerzarie" stellt das jüngste Tondokument des Berliner Künstlers dar, der hier seine Stimme sehr variationsreich zum Einsatz bringt und auf diese Weise versucht, den Begriff "Schmerz" stimmlich umzusetzen. Das Ergebnis ist eine Symphonie des Grauens, die einem ahnungslosen Hörer wahrscheinlich die Schuhe ausziehen bzw. in Angst und Schrecken versetzen würde. Doch wer sich nicht abschrecken läßt und sich auf die Reise durch die sonderbare Welt des Christian Wolz begibt, der entdeckt vielerlei Einflüsse...sakrale Einflüsse, gregorianische Gesänge, arabische Elemente, tierhafte Laute, wildes Geschrei und wimmernde Stimmen. Christian Wolz ist ein Vokalakrobat, den man auch immer wieder gerne in einem Atemzug mit Diamanda Galas nennt, wenngleich bei ihm die Musik fast Nebensache ist und seine Stimme stets im Vordergrund steht. Ich will hier auch gar nicht zuviel erläutern, denn ein Werk wie "Schmerzarie" spricht für sich selbst und außerdem läßt sich Christian Wolz-wie anfangs schon erwähnt-sowieso nicht in Worte fassen.

Thomas Wacker / Black (Magazin) / Herbst 2000




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