presse - Rátarr

Christian Wolz „Rátarr“
(Vocal Art)

Auch wenn es der Berliner Vokal-Künstler nicht gerne hört, wird er immer wieder als männliches Pendant zu Diamanda Galas betrachtet, um sich irgendwie diesem außergewöhnlichen stimmlichen Phänomen zu nähern, ihm einen Stempel aufzudrücken. Längst hat sich selbst dieser Etikettierungsversuch als äußerst unzureichend erwiesen. Er mochte noch so lange halbwegs angemessen erscheinen, als er ähnlich wie die Galas das Leid in der Welt, den Geburts- wie Todesschmerz adäquat mit seiner vielschichtigen Stimme zu transportieren wusste. Mittlerweile bewegt sich – zumindest auf seinem neuen Album „Rátarr“ – seine Stimme in ruhigeren Gefilden, hin zu archaisch anmutenden Lautmalereien, wie sie vielleicht am ehesten noch mit Lisa Gerrard zu vergleichen sind, zumal sich Wolz musikalisch auf dem Album zumeist in den geographischen Zonen wandert, in denen auch Dead Can Dance oft und gern reisten. Fast ausschließlich mit seiner einzigartigen Stimme agierend, hin und wieder auch mit leisen Keyboard-, Violinen- und Sample-Sounds untermalt, verströmt „Rátarr“ ein stimulierendes arabisches, dann auch asiatisches Flair, das von nahezu kontemplativer Intensität ausgefallen ist. Das Album verknüpft sakrale Inbrunst, archetypische Gefühlsregungen und dramatische Spannungen auf einfühlsame wie vielschichtige Weise. Zu beziehen ist es ausschließlich über www.citoma.de.

dh / Zillo März 2004






Christian Wolz „Ràtarr“ (www.citoma.de)

In 18 Titeln um die Welt: Einen internationalen Geräusche-, Stimm- und Musikteppich webt der schwule Berliner Vokalkünstler Christian Wolz auf seinem neuesten Album. Die faszinierenden Klangcollagen, die Wolz aus seiner Stimme und verschiedenen Instrumenten mit den Mitteln moderner Technik mischt, klingen dabei deutlich freundlicher als frühere Veröffentlichungen, in denen Themen wie Schmerz oder Aids verarbeitet wurden. Denn diesmal werden die schönsten Seiten unseres Planeten geräuschvoll lebendig: Mal scheinen Rufe aus Klostermauern zu dringen, kurz darauf breitet sich die Weite einer Wüstenlandschaft aus, und plötzlich umgibt den Hörenden die Magie eines Regenwalds. Und am Ende erreicht der lauschende Reisende das Ziel: das Hier und Jetzt.

Peter Polzer / Siegessäule Februar 2004





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