presse - E INOM RAH

>Queer Music< Christian Wolz "E INOM RAH"

Musikalische Expo. Die zwölf "Vocal Art"-Stücke auf "E inom rah" entführen in fremde Klangwelten. Arabische und asiatische Gesänge aus Pavillions links und rechts, hinten in der Ecke kehrt Monteverdi Madrigale zusammen, und Dead Can Dance geben auf dem Bahnhof ein Konzert, während man die Gedanken auf eine Reise um die Erde schickt. Wolz will sich mit "Harmonien auseinandersetzen" und tut dies auf faszinierende Weise, indem er das westliche Melodieverständnis seinen Ursprüngen gegenüberstellt. Was dabei herauskommt, ist hoch interessant und entspannt aufs Sinnlichste, ohne einen geistig ruhig zu stellen. Ein ganz und gar gelungenes Experiment.

Paul Schulz / Siegessäule / November 2000






CHRISTIAN WOLZ - "E Inom Rah" (CD) • Prikosnovenie/Triton

Es gibt keinen Zweifel, der in Berlin lebende Ausnahmekünstler CHRISTIAN WOLZ ist ein Phänomen, ein Stimmwunder mit der Fähigkeit sich selbst und seinen "Gesang" immer wieder neu zu erfinden und seine Fans und geneigte Hörer in vollkommen neue Szenerien zu versetzen. "E Inom Rah" hat nun - im Gegensatz zu vorangegangenen Veröffentlichungen - einen leicht ethnischen Touch, der Christians Gesang einen arabischen und asiatischen Touch verleiht. Untermalt wird die Vocal-Art des Berliners durch den Einsatz einer Violine und Keyboardflächen, aber auch elektronische Percussions ("darrg") kommen zum Zuge und erweitern das Hörerlebnis dieser außergewöhnlichen Veröffentlichung. Erneut dreht sich bei CHRISTIAN WOLZ alles um den Kreis von Geburt, Leben und Tod, den der Künstler durch verschiedene Laute, Schreien, Wimmern, Singen und Brummen sehr emotionsgeladen zu vermitteln weiß. Das Endergebnis fällt stets sehr experimentell und bizarr aus, doch wer bislang in den Genuß kam, CHRISTIAN WOLZ "live" auf einer Bühne in Aktion zu erleben, der wird mir zustimmen, wenn ich auch "E Inom Rah" hier mit vollen 10 Punkten belohne. Sicherlich kein einfach zu konsumierendes Werk, aber eine Bereicherung für Hörer, die gerne ihr Spektrum ein bißchen erweitern.

Thomas Wacker / Black-Magazin / Januar 2001






Christian Wolz „E Inom Rah" (Prikosnovenie/Triton)

Nach seinen ersten drei außergewöhnlichen und vielbeachteten Alben auf dem Bayreuther Danse-Macabre-Label scheint der Allround-Künstler Christian Wolz vollkommen in der Versenkung verschwunden zu sein, doch seit 1997 veröffentlichte der Berliner mit der wandlungsfähigen Stimme verschiedene Alben in limitierter Eigenauflage oder organisierte Ausstellungen seiner eigenen Fotos. Mit „E Inom Rah", einem weiteren Werk, das sich mit dem für Wolz charakteristischen Zyklus von Geburt, Leben und Tod auseinandersetzt, wird Wolz hoffentlich wieder einem breiteren Publikum zugänglich, denn seine brillante Vokal-Kunst verdient es einfach, aus dem engen Kreis der Avantgarde auszubrechen. Mit „E Inom Rah" erhält seine allein mit Stimme, elektronischen Instrumenten und Effektgeräten inszenierte Musik, wie der Titel schon andeutet, eine stärkere arabische Note, die allerdings in Wolz improvisierten, archaischen Stimme schon immer begründet lag. So entstand eine durch die Effektgeräte manchmal sogar choral anmutende, stark variierende, intuitiv inszenierte Vocal-Performance, die unglaublich spannend und unbedingt hörenswert ausgefallen ist.

Dirk Hoffmann / Zillo 2001





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